3D Navigierte Implantation

Minimalinvasiv zu operieren, ist ein sehr aktuelles Thema in der Implantatologie. Sehr schonende Operationsverfahren können nur erfolgreich umgesetzt werden, wenn den Eingriffen eine umfangreiche Diagnostik und Planung vorausgeht.

Seit 10 Jahren wird speziell in der Zahnmedizin die digitale Volumentomographie zur 3D-Diagnostik genutzt. Damit kann die Strahlenbelastung für den Patienten bis zu 70% reduziert werden gegenüber herkömmlichen CT-Aufnahmen, bei gleicher Bildqualität. Moderne Software ermöglicht die Sekundärbildverarbeitung durch den Behandler, so dass in allen Schnittebenen die Fragestellung nach der gewünschten Implantatposition, diskutiert werden kann.

Die Verknüpfung von Diagnostik- und Planungssoftware ermöglicht die virtuelle Positionsplanung für Implantate. In enger Zusammenarbeit zwischen Zahnarzt, Zahntechniker und Implantologen werden die Patientenfälle geplant und zur profunden Beratung präoperativ aufbereitet. Bei gezielter Auswertung der Volumendaten können viele wichtige Fragen im Vorfeld beantwortet werden. Wieviele Implantate (Implantatlänge, Implantatdurchmesser, Implantattyp) müssen gesetzt werden? Welche Knochenqualität hat der Patient im Operationsgebiet? Muss eine Knochentransplantation, vielleicht eine Kieferhöhlenbodenanhebung, auch als Sinuslift bezeichnet, erwogen werden? Wie lange wird die Arbeitsunfähigkeit dauern? Sollte zu einer Behandlung in Narkose geraten werden? Welche Risiken, wie z.B. Nervirritationen oder -schädigungen müssen mit dem Patienten besprochen werden? Nicht zu vergessen, die alles entscheidende Frage, was kostet diese Behandlung? Diese und viele weiter Fragen können für unsere Patienten mit Hilfe der Diagnostik- und Planungssoftware auf den Punkt gebracht werden.

In der Behandlungsphase kommt es zu weiteren Vorteilen dieser modernen Verfahren. Präoperativ hat der Behandler die Operation einmal virtuell am PC durchspielen können. Mit der in der Zahntechnik gefertigten Schiene (statische Navigation genannt) kann der Bohrvorgang extrem abgekürzt werden. Die Behandlungs- oder Operationszeit verkürzt sich erfahrungsgemäß um 40%. Nicht nur die Implantatposition und -neigung ist durch die Schiene exakt realisiert, auch die Höhe der Implantate kann durch vorgefertigte Anschläge (Bohrhülsenposition) exakt umgesetzt werden. Dieses Konzept bedarf keiner intraoperativen röntgenologischen Kontrolle, was nicht zuletzt die Strahlenbelastung unserer Patienten insgesamt senken hilft.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass etwa 35% bis 40% aller Implantationsfälle mit diesem Konzept professionell und risikoärmer umgesetzt werden können. Die Vorhersagbarkeit des Ergebnisses ist überzeugend. Wissenschaftliche Untersuchungen haben Abweichungen zwischen geplanter und realisierter Implantatposition zwischen 0,25 bis 0,4 Millimeter ergeben, welche in der Prothetikphase ohne Probleme kompensiert werden können.